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Die Hochmoore und Feuchtheiden oder „Grinden“ auf dem Bundsandsteinhochrücken des Nordschwarzwaldes (Südwestdeutschland) stellen für die mitteleuropäische Landschaft einen einzigartigen Lebensraum von hohem Naturschutzwert dar. Sie beheimaten Pinus mugo (Bergkiefer), eine Eiszeitreliktart, welche hier ausgedehnte Moorwälder bildet. Moore sind darüber hinaus wichtige regionale und globale Ökosystemdienstleister. Allerdings wurden in den Hochmooren des Nordschwarzwaldes Gräben errichtet, die sich bis heute entwässernd auf den Standort auswirken. Der Lebensraum verändert sich durch den Wandel in der Landnutzung (Beweidung, Forstwirtschaft) und im Klima. Vor allem rückläufige Sommerniederschläge stehen der Moorerhaltung entgegen. Für einen
Schutz und eine nachhaltige Entwicklung sind Kenntnisse über den Erhaltungszustand erforderlich.

In dieser Studie geht es speziell um die Hochmoore, Feuchtheiden und Bergkiefern-Moorwälder auf dem Altsteigerskopf, 1083 m ü. NN. Ziel ist eine flächendeckende pflanzensoziologische Kartierung der Moorfläche auf 30 Hektar. Hierfür wurde im Jahre 2022 durch (95) Vegetationsaufnahmen (nach LONDO, 1984) eine Typisierung durch eine Tabellenarbeit vorgenommen und ein Kartierschemas erarbeitet, wonach das Untersuchungsgebiet kartiert und kartografiert wurde. Um das Mosaik der vorgefundenen Pflanzengesellschaften zu verstehen, wurden die Geländefaktoren Hangneigung, Höhe, Exposition und Grundwasserspiegel mit einbezogen. Wie sich die Pflanzengesellschaften in ihrer Vergangenheit entwickelt haben und in der Zukunft weiterentwickelt werden, wurde anhand von Luftbildern und Vergleichsaufnahmen analysiert und Prognosen formuliert. Zwölf Pflanzengesellschaften wurden anhand ihrer Floristik differenziert. Das Eriophoro-Trichophoretum cespitosi (Rasenbinsen-Hochmoor), das Sphagno-compacti-Trichophoretum germanici (Rasenbinsen-Feuchtheide), das Pino mugo sphagnetum magellanici (Bergkiefern-Moorwald) und eine Tannen-Fichtenwald-Gesellschaft (Bazzanio-Piceetum oder Vaccinio-Abietetum) konnten anhand ihrer Feuchte durch differenzierende Arten noch einmal in Varianten unterteilt werden. Jedoch waren die Gesellschaften geologisch bedingt und entwicklungstechnisch durch vorangegangene Störeinflüsse in einer stark arten-verarmten Ausprägung vorliegend, was die floristische Differenzierung erschwerte. Die Varianten ließen sich daher nicht grundsätzlich nummerisch bestätigen. Dies gilt vor allem für die Differenzierung von Hochmoor und Feuchtheide.

Wasserstandsmesspegel konnten keine typischen Hochmoorbedingungen im kartierten Hochmoor bestätigen – hingegen wurde ausgesprochene Wechselfeuchte festgestellt, charakteristisch für die Feuchtheide. Die Wasserstände verdeutlichen außerdem die Sommerdürren der letzten Jahre, welche die Vitalität der Gehölze ankurbeln und so die Moore zuwachsen lassen, wie die Vergleichsaufnahmen und Luftbildanalysen zeigten. Die Entwicklung der Hochmoore, Feuchtheiden und Moorwälder am Altsteigerskopf ist abhängig vom zukünftigen Klima und Management. Zum Letzteren wurden zum Ende der Studie einige Empfehlungen erarbeitet. Umfangreichere Eingriffe sollten jedoch hinsichtlich ihres Aufwertungspotentials und ihrer Ziele im Lebensraum- und Biodiversitätserhalt weiter diskutiert werden.


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