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In der heutigen Umwelt- und Naturschutzdebatte ist die biologische Vielfalt ein zentrales Thema. Der Erhalt von Artenvielfalt und Lebensräumen ist eine wichtige globale Aufgabe der heutigen Zeit geworden. Im Zuge eines internationalen Umweltabkommens, der Convention on Biological Diversity, hat die Bundesregierung im Jahre 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt verabschiedet. Vor allem Großschutzgebiete sollen dazu beitragen dem Verlust von Biodiversität entgegenzuwirken (EUROPARC DEUTSCHLAND 2010). Biosphärenreservate werden beispielsweise als internationale Hotspots für die biologische Vielfalt bezeichnet und auch in Nationalparks ist der Schutz der biologischen Vielfalt und Dynamik ein zentrales Handlungsfeld (EUROPARC DEUTSCHLAND 2008). Im übergeordneten Leitbild deutscher Nationalparks wird betont, dass diese Gebiete unverzichtbar für die biologische Vielfalt und den Artenreichtum unserer Erde sind. Da offenes Grünland seit dem Höchststand von 1950 stetig abnimmt (SCHREIBER et al. 2009), gewinnt dieser Lebensraum besonders an Bedeutung. Nicht zuletzt da die blumenbunten Wiesen und Weiden zu den artenreichsten Ökosystemen Mitteleuropas zählen (OPPERMANN & BRIEMLE 2009). Unter diesem Blickpunkt sind der Schutz, die Erhaltung und eine angemessene Pflege von Offenland auch im Jahr 2014 gegründeten Nationalpark Schwarzwald von großem Interesse. Da Nationalparks nicht nur eine schützende und pflegende Aufgabe, sondern auch einen Lehrauftrag zu erfüllen haben (BNatSchG 2009), ist das Interesse an einer adäquaten Pflege von sich in pädagogischer Nutzung befindender Grünflächen groß. Um sich einen Überblick über den Vegetationsbestand zu verschaffen, wurden innerhalb der vorliegenden Studie drei Wiesen innerhalb der ausgewiesenen Erlebniszonen des Nationalparks Schwarzwalds, vegetationsökologisch untersucht. Zu Beginn wurden innerhalb der Flächen verschiedene Nutzungstypen und Intensitätsstufen der Nutzung identifiziert. Innerhalb dieser Gruppen wurde die Vegetation mit Hilfe der Subplot-Frequenzmethode (CARLSSON et al. 2005) aufgenommen und anschließend statistisch ausgewertet. Es ergaben sich signifikante Unterschiede zwischen verschiedenen Bereichen. Die wenig genutzten und am wenigsten gestörten Bereiche wiesen mit Abstand die höchsten Artenzahlen auf. Intensiv genutzte Wiesen hatten hingegen geringere Artenzahlen aufzuweisen. Daraus resultiert eine sinkende Artenvielfalt mit steigender Nutzungsintensität. Die größten Unterschiede ergaben sich jedoch zwischen den Wiesen insgesamt. Besonders artenreiche und schützenswerte Bereiche wurden identifiziert und entsprechende Pflegeempfehlungen samt Nutzungsvorschlägen erarbeitet, um die dortige Artenvielfalt zu erhalten und Besucher des Nationalparks für entsprechende Themen zu sensibilisieren.


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