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Ziel der Bachelorarbeit war es, die Nahrungsökologie für den Gartenschläfer (Eliomys quercinus Linnaeus 1766) und den Siebenschläfer (Glis glis Linnaeus 1766) vergleichend zu untersuchen, um so Hinweise auf die Rolle der Nahrungskonkurrenz zwischen den beiden in den Untersuchungsgebieten sympatrisch vorkommenden Arten zu erhalten.

Dazu untersuchte ich die Nahrungsnutzung beider Schläferarten. Zudem untersuchte ich den saisonalen Körpermassenverlauf männlicher und weiblicher Garten- und Siebenschläfer, um den Einfluss energetisch kostenintensiver Lebensphasen, wie Reproduktion oder Fettakkumulation vor dem Winterschlaf, vergleichend zu betrachten.

Dafür haben wir 2018 im Nationalpark Nordschwarzwald, in fünf Untersuchungsgebieten, die Fang-Wiederfangmethode anhand von Nistkastenkontrollen und dem Ausbringen von Lebendfallen durchgeführt. Von allen gefangenen und individuell markierten Schläfern dokumentierten wir die individuellen morphometrischen Kenngrößen, wie Körpermasse und Tibialänge. Außerdem analysierte ich während der gesamten Aktivitätssaison gesammelte Kotproben auf identifizierbare Nahrungsbestandteile. Im Rahmen dieser Studie wertete ich 37 Kotproben von Gartenschläfern und 111 Kotproben von Siebenschläfern aus.

Der Vergleich der Nahrungsnutzung zwischen den beiden Arten ergab deutliche Unterschiede in der Nahrungsökologie. Im Gegensatz zu der überwiegend herbivoren Ernährung des Siebenschläfers, ist beim Gartenschläfer eine ganzjährige, starke Nutzung von Arthropoden festzustellen, die eine Anpassung an seine früh beginnende Aktivitätssaison sowie seinen Lebensraum darstellt. Überdies sind bei beiden Schläfern Abhängigkeiten vom saisonalen Nahrungsangebot zu beobachten. Der Fitness- und Körpermassenvergleich der Siebenschläfer in dem von Buchen (Fagus L.) dominierten Gebiet Melkerei und dem Fichten (Picea A. DIETR.) dominierten Gebiet Ruhesteinloch, zeigte merkliche Unterschiede. Kurz vor Beginn des Winterschlafs war die Körpermasse der adulten Siebenschläfer in der buchendominierten Melkerei deutlich höher, als im fichtendominierten Ruhesteinloch. Außerdem machten die Siebenschläfer in der Melkerei einen vitaleren Eindruck. Während die Siebenschläfermännchen im Ruhesteinloch Kampfverletzungen und beide Geschlechter kahle Stellen und verklebtes Fell aufwiesen, war dies bei den Siebenschläfern in der Melkerei nicht der Fall.

Diese Ergebnisse bestätigen die enge Bindung der Siebenschläfer an das Vorkommen der Buche. Eine Nahrungskonkurrenz zwischen Garten- und Siebenschläfern im Nationalpark Nordschwarzwald kann ich anhand meiner Ergebnisse ausschließen.


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