myPortal

Description

Wildverbiss ist ein entscheidendes Thema bei der Begründung und dem Umbau von Waldbeständen. Pflanzungen vor Verbiss zu schützen, ist häufig mit großem Aufwand verbunden und oft nicht innerhalb von natürlich ablaufenden Prozessen der Waldentwicklung zu bewerkstelligen.

Auf Versuchsflächen im Schönmünztal wurden verschiedene Strukturanreicherungsmaßnahmen durchgeführt, die natürliche Prozesse fördern und vertikale sowie horizontale Old-Growth-Strukturen schaffen sollen. Diese Arbeit dient dazu, Elemente der geschaffenen Strukturen zu untersuchen, um den Einfluss auf deren Verbissbelastung sowie das Wachstum der dort angelegten Pflanzungen zu ermitteln.

Der Versuch im Nationalpark Schwarzwald umfasst jeweils sechs behandelte Plots und sechs Kontrollflächen in 80- bis 90-jährigen sekundären Fichtenbeständen. Die Behandlungen umfassten unter anderem Umziehen und Ringeln von Bäumen, mit denen Totholzstrukturen geschaffen wurden. Die Pflanzungen existieren seit dem Frühjahr 2020 und wurden seither viermal am Anfang sowie am Ende einer Vegetationsperiode inventarisiert.

Die Behandlung der Fläche zeigte je nach Betrachtung der Schäden an Seitentrieben oder am Terminaltrieb unterschiedliche Ergebnisse. Der Verbiss an den Seitentrieben der behandelten Plots war signifikant geringer als jener der unbehandelten Plots, jedoch hat sich die Anzahl an intakten Seitentrieben und der Verbiss am Terminaltrieb nicht deutlich von den unbehandelten Plots abgehoben. Bei der Gruppierung der Pflanzungen in Kategorien, die kleinstandörtliche Faktoren wie z.B. das Vorhandensein von Totholz betrachten, war auch im Falle des Terminaltriebverbisses eine höhere Verbissbelastung auf freiliegenden Pflanzungen festzustellen.

Je nach betrachteter Baumart (Bergahorn, Buche, Tanne) konnte eine jeweils andere Verbissbelastung nachgewiesen werden. Ein Höhenzuwachs der Baumarten war, außer bei der Buche, nicht feststellbar. Die Verbissbelastung der Pflanzen auf den Versuchsflächen befindet sich hierfür auf einem zu hohen Niveau. Bei der Mortalität zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen den durch Verhau geschützten und ungeschützten Pflanzungen. Die Untersuchung zeigt, dass Totholzstrukturen und künstlich angelegter Verhau Pflanzungen teilweise vor Wildverbiss schützen können, es hierbei aber auch auf kleinstandörtliche Gegebenheiten ankommen.


Addresses