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Ektotherme Vertebraten wie Amphibien und Reptilien reagieren durch ihre Abhängigkeit der Umgebungstemperatur sehr anfällig auf Veränderungen in ihrem Lebensraum. Ihre Körperfärbung ist somit ausschlaggebend für ihre Fitness. Dunkler gefärbte Individuen können schneller warm werden als heller gefärbte Individuen.

Bei unserem Modellorganismus der Kreuzotter (Vipera berus) kommt es häufig zu komplett schwarz gefärbten (melanistischen) Individuen. Mit unserer Studie im Nationalpark Schwarzwald soll herausgefunden werden, ob diese melanistischen Schlangen ein anderes Mikrohabitat besetzten als normal gefärbte. Hierfür wurden zehn verschiedenen biotische und abiotische Variablen in dem Mikrohabitat der Kreuzotter aufgenommen.

Jedoch konnten keine univariaten Unterschiede in den wichtigsten abiotischen und biotischen Variablen gemessen werden. Auch in den multivariaten Variablen gab es keine signifikanten Unterschiede. Jedoch wurde durch eine Hauptkomponenten-analyse die zwei Faktoren „Abstand zum Versteck“ und „Bodenfeuchtigkeit“ als die zwei wichtigsten Variablen identifiziert, um das Vorkommen der Kreuzotter vorherzusagen. Schließlich kann Melanismus mit einem Trade-off von Prädation und Thermoregulation begründet werden.

Somit wird die Färbung als adaptives Merkmal angesehen, welches einem starken selektiven Druck ausgesetzt ist und räumlich aber auch zeitlich schwanken kann.


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