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Last changed on: 08.10.2019

2019 Materne, Tineke: Game meadows – Integration of nature conservation and the provision of forage resources for roe deer (Capreolus capreolus) and red deer (Cervus elaphus) in the Black Forest National Park.

Project


Description

Wildwiesen sind Wiesen in Wäldern, die für waldbauliche und jagdliche Zwecke geschaffen wurden und durch regelmäßige Pflege erhalten werden. Gegenstand dieser Arbeit sind die Wildwiesen im Nationalpark (NLP) Schwarzwald. Es wurde untersucht, ob die Vegetationszusammensetzung der Wildwiesen naturschutzfachlich wertvoll sein kann, welchen Wert sie für die Äsung von Reh (Capreolus capreolus LINNAEUS, 1758 ) und Rothirsch (Cervus elaphus LINNAEUS, 1758 ) haben und wie diese beiden Aspekte interagieren. Hierzu wurde die Hypothese aufgestellt, dass bestimmte Variablen der Vegetationszusammensetzung wie die Pflanzenartendiversität sowie das Vorkommen besonderer Futterpflanzen einen stärkeren Einfluss auf die Äsungsintensität von Reh- und Rotwild auf einer Wildwiese haben als andere Variablen wie die Jagdintensität und der Abstand zum nächsten Weg. Die Vegetation und der Verbiss wurden mithilfe eines 1x1 m Frequenzrahmens auf jeweils drei Plots pro Wildwiese aufgenommen. Des Weiteren wurde durch Kamerafallen erfasst, welche Tierarten die Wildwiesen besuchen, wodurch bestätigt werden konnte, dass der aufgenommene Verbiss tatsächlich von Reh und Rothirsch verursacht wurde. Unter den potentiellen Einflussvaribalen auf die Äsungsintensität hatte im verwendeten Generalised Linear Mixed Model ausschließlich der Abstand zum nächsten Weg einen signifikanten, positiven Einfluss (p = 0.032).
Im südlichen NLP wurde den Wiesen 13 und 17 ein erhöhter Naturschutzwert zugewiesen (größte Diversität und Vorkommen weniger häufiger oder gefährdeter Pflanzen). Die Wildwiesen 50 und 90 im mittleren NLP wurden als wichtiger für die Wildäsung eingestuft (höchste Äsungsintensität). Obwohl die Ergebnisse der statistischen Auswertung durch die geringe Stichprobengröße eingeschränkt werden müssen, deuten die Erkenntnisse darauf hin, dass Naturschutz und Wildäsung auf den Wildwiesen im NLP Schwarzwald wenig in Konflikt stehen. Weder zeigen Variablen der Vegetation einen Einfluss auf die Äsungsintensität, noch überschneiden sich die Wiesen von erhöhtem Naturschutzpotential mit denen von erhöhter Wichtigkeit für die Äsung. Wildwiesen werden gemeinhin in bestimmten Fällen als erhaltenswert für den Naturschutz oder als Äsungsflächen eingeschätzt. Da jedoch in einem NLP der Prozessschutz der erste Schutzzweck ist, wird empfohlen naturschutzfachlich wertvolle und schwach beäste Wildwiesen in den Managementzonen des NLP Schwarzwald zu erhalten.


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